Mindestens 129 NSU-Helfer – Tendenz steigendA new list provides 129 names of direct NSU-supporters

24.03.2013
Am vergangenen Freitag wurde dem NSU-Untersuchungsausschuss eine Liste mit 129 Namen von Personen übergeben, die in direktem Kontakt mit dem NSU standen. Dies berichtet heute die Bild am Sonntag mit Verweis auf den Ausschuss-Vorsitzende Sebastian Edathy (SPD). Bisher war man von etwa 100 unmittelbaren Unterstützer_innen ausgegangen. „Diese Zahlen belegen erneut, dass der NSU auf ein breites Netzwerk innerhalb der deutschen Naziszene zurückgreifen konnte. Man darf ihn deshalb im kommenden Prozess gegen die derzeit lediglich fünf Angeklagten in keinem Fall als isolierte Zelle betrachten“, sagte Thomas Spree, ein Pressesprecher des Münchner ‚Bündnis gegen Naziterror und Rassismus’. Es soll nun überprüft werden, ob auf der Liste auch bisher unbekannte V-Leute des Inlandsgeheimdienstes stehen. In den vergangenen Monaten wurden die Verstrickungen der Behörde mit aktiven Nazi-Gruppen immer deutlicher. Erst gestern berichteten die Medien erneut über Rassismus innerhalb des Geheimdienstes, ein wiederholter Beleg für die ideologische Nähe vieler VS-Mitarbeiter_innen zur rechten Szene. „Es wäre schon fast verwunderlich, wenn es keinen Informanten des Verfassungsschutzes auf der Liste gäbe. Wir beobachten gespannt, ob es dem VS wieder gelingt, seine aktive Unterstützung von Nazi-Gruppen zu vertuschen“, führe Spree weiter aus. Tatsächlich würde ein solcher Fall für neuen Zündstoff sorgen: Es wäre ein direkter Beleg dafür, dass der Geheimdienst wissen konnte, wo sich der NSU aufhält und vor allem, dass er aktiv ist.March 24, 2013
Last Friday a new list comprising 129 names of NSU-supporters, who had direct contact with the group, was delivered to the commission of enquiry, which investigates the role of political authorities such as the German inland secret service (VS) in maintaining Nazi-networks. So far the commission estimated about 100 people to be involved. “These numbers provide new evidence for the fact that the NSU had access to a large network of the German Nazi-movement. Thus it should not be judged as an isolated group of three individuals but more as a branch of a whole network” says Thomas Spree, a spokesmen of the Munich ‘Alliance against Nazi terror and racism’. It will now be officially assessed whether any so far unknown informants of the VS are on this list. Media reported repeatedly about entanglements of the VS with German Nazi groups. Only yesterday the press reported on racism within the secret service, yet another piece of evidence for the ideological vicinity of members of VS-staff to the right-wing scene. “We would be rather surprised, if no VS-informant is on the list. It is probably more an issue whether the VS succeeds another time to conceal its direct contacts to NSU-supporters from the public” states Spree. Indeed such involvement would provide direct evidence that the VS not only knew where the NSU was hiding but also that they were actively planning attacks. Such knowledge has always been denied by the VS.