„Breite gesellschaftliche Aufarbeitung des Naziterrors und des behördlichen Versagens“„Seeking a broad public discussion on the accounting of Nazi-terror and institutional entanglements“

10. April, 2013; Pressemitteilung

Demonstration am 13.04. bei Pressekonferenz vorgestellt

Das ‚Bündnis gegen Naziterror und Rassismus‘ hat am heutigen Mittwoch mit einer Pressekonferenz die Demonstration am kommenden Samstag, den 13.04., vorgestellt.

Wir möchten mit der Demonstration eine breite gesellschaftliche Solidarität mit den Angehörigen der Opfer zeigen – etwas, das weder Behörden, noch das Gericht bislang auch nur annähernd geschafft haben“, sagte Bernd Kaminski, Pressesprecher des Bündnisses. „Es gibt ein breites öffentliches Interesse, eine umfassende Aufklärung der himmelschreienden Ermittlungsfehler und der schockierenden Verstrickungen der Behörden einzufordern. Wir rechnen derzeit mit 3000-5000 Personen.“April 10, 2013; press release

Concept for demonstration on April 13 introduced.

During today’s press conference the ‘Alliance against Nazi-terror and racism’ introduced the concept for the demonstration, which will take place on Saturday (April 13) in Munich. “With this demonstration, we will show our solidarity with the relatives of the victims. Unfortunately this is something, the investigating institutions and the court have never done”, says Bernd Kaminski, spokesman of the Alliance. “There is a broad public interest towards a complete clearance of the fatal errors during the investigations and the entanglements of German institutions. We are currently expecting between 3000 and 5000 participants.

The demonstration will start on Saturday at 1 pm at the Karlsplatz (Stachus). There, important speakers like the Ausschwitz survivor Estjer Bejarano as well as Yvonne Boulgarides, widow of one of the Munich NSU victims, Theodorus Boulgarides, will open the demonstration. From there, the demonstration will pass along important sites of Munich’s Nazi history and the NSU trial. At these places, well-known experts will give speeches on related topics. Among them are Ulrich Chaussy, speaking about the residual attack on the Oktoberfest in 1980 and Angelika Lex, joint plaintiff in the NSU trial.

Die Demonstration wird am Samstag um 13 Uhr am Stachus beginnen. Dort werden zunächst Grußworte von wichtigen Sprecher_innen, wie der Auschwitz-Überlebenden Estjer Bejarano und Yvonne Boulgarides, der Witwe eines der Münchner Opfer des NSU, gehalten werden. Die Demonstration bewegt sich dann entlang wichtiger Orte im Zusammenhang mit der Münchner Nazi-Geschichte und dem NSU-Prozess. Dort werden jeweils Expert_innen, wie beispielsweise Ulrich Chaussy zum Oktoberfestattentat, oder Angelika Lex am Stiglmaierplatz zum Prozess selbst sprechen.

Kurz zuvor hielt auch die Münchner Polizei eine Pressekonferenz zu der Demonstration ab. „Die Einschätzung der Polizei, dass mehrere hundert potentielle Gewalttäter teilnehmen würden, ignoriert unsere wochenlangen Bemühungen einer Kooperation und verkennt unser Anliegen. Genau hier liegt das Problem – der Staat ist blind auf dem rechten Auge und diskreditiert linke und antifaschistische Initiativen“, kommentiert Kaminski. “Wir suchen nicht die  Konfrontation, wir suchen eine breite gesellschaftliche Aufarbeitung des Naziterrors und des behördlichen Versagens.“

Briefly before, the Munich Police held a press conference on the demonstration as well. “The estimation of the Munich Police that several hundreds of violent participants will join the demonstration fully ignores our intense efforts to cooperate and our aims. This is continuation of the problem – the state is blind towards rightist activities and discredits left and anti-fascist initiatives” comments Kaminski. “We are not searching for a confrontation, but we are seeking a broad public discussion on the accounting of Nazi-terror and institutional entanglements.”