Gefahrenprognose der Polizei willkürlich – Bündnis gewinnt Rechtsstreit beim VerwaltungsgerichtshofViolence prediction of the police discretionary – Alliance wins lawsuit at the Higher Administrative Court

13. April 2013

Die Polizei München stellte am vergangenen Mittwoch ihre Gefahrenprognose für die Demonstration am heutigen Samstag vor. Dabei sprach Polizeieinsatzleiter Kopp von „mehreren hundert gewaltbereiten Linksextremisten„, die aus dem ganzen Bundesgebiet anreisen würden. Aufrgund dieser Gefahrenprognose wurde der Auflagenbescheid für die Demonstration verändert und die bis dahin zugesagte Erlaubnis, Seitentransparente mitführen zu dürfen, zurückgezogen. Nachdem eine Klage des Bündnisses, vetreten durch die Nebenklägerin im NSU Verfahren, Angelika Lex, gegen dieses Verbot vom Verwaltungsgericht München zurückgewiesen wurde, hob der Bayerische Verwaltungsgerichtshof dieses Urteil nun auf und genehmigte die Seitentransparente. In der Urteilsbegründnung heißt es: „Denn die polizeiliche Gefahrenprognose, (…), enthält keine ausreichenden und konkret nachvollziehbaren tatsächlichen Anhaltspunkte dafür, das von der vom Antragssteller angemeldeten Versammlung eine unmittelbare Gefährdung der öffentlichen Sicherheit ausgehen wird, die die angegriffene Beschränkung rechtfertigen könnte.“ Das Gericht gibt in seiner ausführlichen Urteilsbegründung damit der Kritik des Bündnisses recht, das direkt nach dem Bekanntwerden der polizeilichen Gefahrenprognose von einem „unbegründeten Beißreflex nach links“ gesprochen hatte.April 13, 2013

Last Wednesday the Munich Police announced its ‘violence prediction’ for today’s demonstration. Robert Kopp, officer in charge at this demonstration said that “hundreds of violent leftist extremists” from all over Germany will join the event. Based on this disgraceful estimation, the former moderate regulatory terms and conditions that had been set by the Munich city council were changed. Side banners, which had been allowed so far, were retroactively banned. The alliance against Nazi-terror and racism, represented by the lawyer Angelika Lex, now won a lawsuit on this issue. The Bavarian higher administrative court did not see any indications for such regulation. “Because the violence prediction of the police, (…), contains neither sufficient no clear evidence, that indicate any direct violence and danger originating from this demonstration.” Thus the court clearly supports the basis for the criticism that was risen by the alliance.