01.03.: Demonstration gegen Nazi-Zentrum in Obermenzing

Pressemitteilung. München, 26. Februar 2014

Zentrum von überregionaler Bedeutung für die Naziszene / MieterInnen kandidieren auf Stadtratliste der BIA in München / BewohnerInnen haben Kontakte zu Angeklagten im NSU-Prozess / Bündnis fordert sofortige Schließung

Samstag, 01.03.2014 – 13 Uhr
Auftakt der Demonstration: Pasinger Bahnhofsplatz, München

Am kommenden Samstag, den 01.03.2014, veranstaltet das Münchner ‚Bündnis gegen Naziterror und Rassismus‘ eine Demonstration gegen das Nazi-Zentrum in der Carl-Hanser-Straße 42 in München-Obermenzing. Seit Dezember 2012 hat sich die Immobilie zu einem wichtigen Treffpunkt für Nazis aus München und ganz Bayern entwickelt. Immer wieder finden dort rechte Konzerte und Veranstaltungen sowie Treffen bekannter Neonazi-Größen statt. Im Verlauf des NSU-Prozesses war auch der Angeklagte André Eminger dort zu Gast.

Angemietet wurde die Immobilie von Vanessa Becker, Daniel Thönnessen und Franz S. Vanessa Becker ist seit vielen Jahren in der Münchner Naziszene aktiv, zuletzt in der ‚Kameradschaft München‘ und der bayernweiten Naziorganisation ‚Freies Netz Süd‘. Daniel Thönnessen zog vor einigen Jahren aus Aachen, wo er in der mittlerweile verbotenen ‚Kameradschaft Aachener Land‘ aktiv war, nach München. Am 1. Mai 2010 wurde er am Rande einer linken Demonstration in Berlin verhaftet, weil er Sprengstoff in seinem Rucksack mit sich führte. Aktuell kandidieren Becker und Thönnessen bei den Kommunalwahlen für die ‚Bürgerinitiative Ausländerstopp‘ (BIA), die im Wahlkampf auf offenen Rassismus, Homophobie und rechte Provokation  setzt. Becker steht dabei direkt hinter Karl Richter auf dem zweiten Listenplatz, was ihre zentrale Position in der Münchner Naziszene unterstreicht.

Seit letztem Jahr greifen Neonazis vermehrt linke und antirassistische Einrichtungen im Raum München an. In der Folge einer Großdemonstration zu Beginn des NSU-Prozesses beschmierten Neonazis u.a. die Räume des Bayerischen Flüchtlingsrates, des Kurt-Eisner-Vereins und eines Wohnprojekts im Westend. Ebenso wurde das Kulturzentrum ‚Freiraum‘ im nahegelegenen Dachau Opfer rechter Anschläge und Schmierereien. Zuletzt wurden dort am 12. Februar 2014 Naziparolen, wie „NS“, „Judenschweine“, „NSU“ und „Anti-Antifa“, an das Gebäude gesprüht.

In letzter Zeit finden verstärkt Angriffe der Münchner Nazi-Szene auf politische Initiativen statt. Gleichzeitig versucht sich die radikale Nazi-Szene im aktuelle Kommunalwahlkampf im Münchner Stadtrat festzusetzen und ihren Einfluss auszubauen. Das Nazi-Zentrum in Obermenzing ist  Dreh- und Angelpunkt der rechten Organisierung in München. Wir fordern eine sofortige Kündigung des Mietverhältnisses in der Carl-Hanser-Straße 42 und die Schließung des Nazi-Zentrums“, erklärt Peter Meier, Sprecher des ‚Bündnis gegen Naziterror und Rassismus‘.
Spätestens seit dem Bekanntwerden der Morde des NSU, muss klar sein, dass eine extreme Gefahr von neonazistische Strukturen ausgeht. Gerade die Verbindungen und Solidarität der Münchner Szene zu Angeklagten im NSU-Prozess verdeutlicht, dass wir jetzt handeln müssen!

RednerInnen auf der Demonstrationen sind VertreterInnen des ‚Bündnis gegen Naziterror und Rassismus‘, der antifaschistischen Gruppe ‚antifa nt‘, von ‚München ist bunt‘ und des Bezirksausschusses Pasing-Obermenzing.