Münchner Neonazis feiern Geburtstag Adolf Hitlers und gründen zwei rechte Organisationen

Pressemitteilung, München, 22. April 2014

Am vergangenen Ostersonntag, den 20. April 2014, fand in der Münchner Gaststätte ‚Corso-Stub’n‘ in der Einsteinstraße 185 eine neonazistische Saalveranstaltung zum 125. Geburtstag Adolf Hitlers statt. Auf der Veranstaltung gründete sich auch ein Münchner Kreisverband der Partei „Die Rechte“, die bislang vor allem in Nordrhein-Westfalen als neonazistisches Alternativprojekt zur NPD aufgetreten ist. Ebenso wurde eine Münchner Sektion der neonazistischen ‚Gefangenenhilfe‘, einer Organisation zur Unterstützung neonazistischer Straftäter, gegründet.

Es hat bei Neonazis Tradition den Geburtstag Hitlers zu feiern“, kommentiert Peter Meier, Sprecher des Bündnis gegen Naziterror und Rassismus. „Die bewusste Wahl dieses Datums, für die Gründung zweier Organisationen macht im Vornherein klar, welches Gedankengut diese vertreten.

Bei der Veranstaltung anwesend waren u.a. der wegen Volksverhetzung vorbestrafte Sascha Krolzig (Beirat im Bundesvorstand der Partei ‚Die Rechte‘), Philipp Hasselbach sowie einige Kader der ‚Bürgerinitiative Ausländerstopp‘ (BIA) und der NPD, wie Karl Richter, Detlef Wacker und Roland Wuttke. Nach eigenen Angaben wurde Hasselbach zum Vorsitzenden des Münchner Kreisverbands der Partei ‚Die Rechte‘ gewählt. Er ist, nach Verbüßung einer mehrjährigen Haftstrafe, seit März wieder in der Münchner Naziszene aktiv. Vor seiner Inhaftierung war er führendes Mitglied der ‚Freien Nationalisten München‘.

Die Teilnahme des BIA-Stadtrats und NPD-Bundesvizes Karl Richter an der Gründung des Kreisverbands von ‚Die Rechte‘ ist sehr aussagekräftig“, erläutert Peter Meier. „Offenbar findet eine tiefgreifende Umstrukturierung innerhalb der Münchner Naziszene statt: Während das ‚Freie Netz Süd‘ einem eventuell drohenden Verbot zuvorkommt und sich als ‚Partei III. Weg‘ neu aufstellt, setzen wichtige NPD-Kader wie Richter und Wuttke nun auf die Partei ‚Die Rechte‘.

Wie das antifaschistische Recherchearchiv aida berichtet, fanden in der Gaststätte ‚Corso-Stub’n‘ in letzter Zeit bereits mehrmals Veranstaltungen aus dem rechten Spektrum statt. Gegenüber Medienvertretern behauptete der Wirt entgegen der Tatsachen, es würde am 20. April keine Veranstaltung in seinen Räumen stattfinden.
Peter Meier, Sprecher des Bündnis gegen Naziterror und Rassismus erklärt: „Es ist in München unter vielen Wirten Konsens, Nazis und RassistInnen nicht zu bewirten. Wir fordern auch den Wirt der Corso-Stub’n auf, Nazis seine Räume nicht mehr zur Verfügung zu stellen und werden genauestens beobachten, ob Nazis sich weiterhin in der Corso-Stub’n treffen“, so Meier. „Es ist eine wichtige Aufgabe der Zivilgesellschaft, Neonazis und RassistInnen den Boden zu entziehen!

Weitere Informationen:
Artikel des aida-Archivs, http://www.aida-archiv.de/index.php?option=com_content&view=article&id=4500:20-april-2014&catid=249:april-2014

Terminhinweis:
Auch für kommenden Freitag, den 25. April um 20:00 Uhr kündigen Nazis eine Gedenkkundgebung für den Holocaustleugner und Wehrmachtssoldaten Reinhold Elstner vor der Münchner Oper an. Antifaschistische Gruppen rufen ab 19:45 zu Gegenprotesten vor Ort auf.